Sonntag, 12. Juli 2009

b kind.


jede einzelne sekunde stirbt in mir eine zelle an fernweh nach berlin. bei jedem besuch dort wächst die liebe und die begeisterung für diese stadt weiter. und bei jeder rückkehr bricht eine kleine welt zusammen. nichts und niemand kann das nachvollziehen, geschweige denn verstehen. ich sauge jeden geruch, jedes bild, jedes geräusch auf und sobald es weg ist, sehne ich mich danach. dass es wundervolle tage waren ist ja klar, dennoch einige höhepunkte:



der fotoautomat und die dazugehörigen begegnungen mit tränen vor lachen.
bekifft im mauerpark auf einer riesenschaukel schaukeln und nicht aufhören wollen.
bei sonnenaufgang durch die strassen schlendern und das gefühl haben, alleine zu sein.
bei jeder gelegenheit zu dunkin' donuts gehen und sich der qual der wahl stellen.
von seinen freunden im tacheles mit dem bild überrascht zu werden und sprachlos sein.
wegen faulheit aus einem taxi geschmissen zu werden, bevor man sich überhaupt angeschnallt hat.
jeden einzelnen moment das glück und die freude in den augen seiner freunde sehen.
endlich die perfekte tasche finden, die man seit mehr als zwei jahren fieberhaft sucht.
im altbekannten audi von einem wunderbaren menschen durch die stadt gefahren zu werden und dabei erstklassige musik geniessen.
die lieblingslokalität verlassen, nur zweimal umfallen und schon im bett liegen.





die liste ist lang. es war unglaublich. und ich bin kaputt.

Montag, 6. Juli 2009

und tschüss - wann ick wiederkomm' is unjewiss.




mittlerweile bin ich voll und ganz im feriengefühl. laue sommernächte am rhein, in der geilsten wohnung der ganzen stadt rumhängen, meiner schwester mal wieder beim umziehen helfen, betrunken in der auto-waschstrasse sitzen, aufräumen, autofahren, dinge erledigen, die schon lange anstehen und schliesslich das gute, alte packen.


ich besuche mal wieder meine zweite heimat. dieses mal wohne ich aber nicht in der abgelegenen wohnung, sondern mitten in der stadt. dieses mal feiere ich nicht mit der gealterten identität, sondern ganz als ich selbst. mit gutem stadtwetter. mit ganz tollen menschen. und einem ganz schönen einstieg. wir lassen's uns gut gehen und ich werde glücklich sein. verdammt glücklich.



Mittwoch, 1. Juli 2009

spontanität will gut überlegt sein.


wenn man spät nachts nur mit einer socke, einem bh und boxershorts bekleidet in einem fremden garten sitzt, ab und zu einen arm in die luft streckt, autogeräusche von sich gibt, intime fragen indirekt beantwortet oder die namen seiner freunde bewusst austauscht, dann spielt man ein lustiges trinkspiel.

b e r l i n i l r e b e r l i n i l r e b e r l i n i l r e b e r l i n i l r e b e r l i n i l r e b a l d .

Dienstag, 30. Juni 2009

wie wahr.



"i love words."
"there are way more beautiful things to love than words."
"for instance?"
"the back of a woman's neck."
"mh. but you need words to tell me that."

aus filth and wisdom. ja, ich hab ihn schon wieder geschaut.

it was a sweet summer's night on hammer hill.




ich kann nicht einfach nur einen kilometer in 30 minuten schwimmen. nein, ich kann einen kilometer in 30 minuten schwimmen, nachdem ich morgens um halb drei kanonenvoll und mit völlig zugeteerten atemwegen ins bett gefallen bin, morgens nur einen kaffee getrunken habe und nicht mehr weiss, ob es nun neun oder zehn fajitas waren, die ich mir zugemutet habe. jedenfalls darf ich nun also nach den sommerferien den see überqueren, ohne dass sich mein sportlehrer in die hosen pisst.

ich habe nie mehr in meinem ganzen leben auch nur eine minute wirtschaftsunterricht.

und heute nachmittag habe ich frei. und morgen erst um 14 uhr schule. und am donnerstag nur bis um 10. und am freitag frei. die ferien sind pünktlich mit dem sommer gekommen. ich geh jetzt raus.

Sonntag, 28. Juni 2009

jubiläum.


heute ist es genau zehn jahre her, dass ich und meine familie hierher in dieses schreckliche kaff gezogen sind. ein tag, den ich verfluchen will. auch wenn die stadt nicht weit weg ist und ich nur fürs essen und schlafen nachhause komme, der rhein fehlt mir noch immer. und diese teils verkommenen landleute hätten mich beinahe auch noch angesteckt. eine zeit lang zumindest. haben es teilweise sogar geschafft. so habe ich naivling mich nämlich im letzten moment doch noch für die schule in der provinzstadt hinterm berg entschieden und spüre nun täglich die konsequenzen. schlechteres wetter, scheiss verbindungen und kein flair in den strassen. bei der erstmöglichen gelegenheit werde ich von hier flüchten. sobald geld und konkretere zukunftspläne vorhanden sind.
und trotzdem gehe ich jetzt auf diese zehn jahre anstossen. denn einige positive aspekte hatten der umzug und die jugend hier ja schon.

Samstag, 27. Juni 2009

wo die menschen ganz sich selbst sind.


und wieder habe ich einen tag lang bilder von regenbogentukanen, riesenplattschwanzgeckos und braunborsten-gürteltieren an all die hysterischen und affektierten hausfrauen in verwaschenen t-shirts vom kreisturnfest magden und crocs-schuhen verteilt, die gieriger und sabbernder dreinschauen können, als drei wollüstige latino-lovers vor einer strip-tänzerin.

vor lauter vorfreude und aufregung wegen diesen grünen päckchen vergessen manche von ihnen sogar zu duschen, bevor sie in den laden stürmen. und das seit wochen. mindestens.

ihr widert mich an.

Mittwoch, 24. Juni 2009

annie, let's not wait.




ich hab momentan so was von pfeffer im arsch.
und freue mich unglaublich auf die ferien.

in zwei wochen bin ich schon "zuhause" bei den visionären und den polnischen versagern, den weinmeistern und der telespargel, dem geher und dem steher, dem ollen wurstmann und der janzen mischpoke.

und da soll man noch "sackfrisch" bleiben...!




fight an der kasse - die erste.

ein ehepaar. sie geht mit rucksack durch die schranke, der alarm ertönt.

"entscholdigong, chönnted si bitte de rocksack ofs band legge ond nomol dorelaufe?"

gesagt, getan. kein alarm.

"guet, denn esch öpis im rocksack. händsi ächt no sache denne, wosi erscht grad kauft händ? wössedsi, die send ame ned entsechered."

sie öffnet den rucksack, nimmt einen wecker hervor.
ich entsichere diesen.

"so, ich hoff jetzt esch alles in orning, wördedsi bitte noenisch metm rocksack dore?"

er kommt jetzt von hinten und legt mit einer lauten, erbosten stimme los:

"was glaubed si eigentlech wer si send? das esch jo wohl öpis vom frächschte womer scho passiert esch!"
"ganz ruhig."
"ned i dem ton!"
"jo, das säg ich zo ehne. jetzt losedsi mol zue: das esch min job, do z'kontrolliere, send si froh, wenns nämli bide töre tuutet gsehts denn anderscht us."
"en saftlade esch das! do fahrtmer extra of brogg de wecker go hole, welsinen do ned händ ond denn werd mer do vo somene jonge schnösel no dermasse vor allne lüüt schikaniert."
"so, jetzt mässiged si sech bitte i erere wortwahl. ond osserdem esch das eres problem, wenn si sech vo so öpisem schikaniert fühled. ich fends en wäsentlech schlemmeri schikane, serigi beleidigonge uszteile, a öpper, wo nor sini arbet macht. s'esch doch sälbschtverständlech, dasich mer de rocksack mues aluege. oder seli grad alli lüt dorewenke?"
"en saftlade! ab jetzt öberleggimer zwei mol, öbi id migros oder in coop gang!"
"vo mer us chöned si au nachem erschte mol öberlegge in coop, das tuet mer ned weh."
"ich well de chef!"
"de esch höt ned do. ond de wördene garantiert nomol s'gliche säge."
"saftlade."

ab hier fand ichs lustig. er hat aber noch rumgetobt. das beste war sein rotes gesicht.
die frau stand nur seelenruhig daneben und hat alles eingepackt, was ich temperamentvoll hinwarf.

fight an der kasse - die zweite.

ladenschluss ist dienstags um 19.00 uhr. ich sitze als einziger noch da und warte auf die letzten kunden. um 19.05 bitte ich dann auch die dame, die sich ausgiebig zeit nimmt, alle aktionen anzuschauen, freundlich zur kasse. sie kommt sofort, lächelnd, verständnisvoll. ich beginne zu tippen. sie streckt mir ein bügeleisen entgegen.

"chöned si das bitte id reperatur geh, ich gebene min name a."
"tuet mer leid, das müend si sälber am chondedienscht mache."
"de esch aber zue."
"es esch au 5 ab 7ni."
"jo, aber wen ich ehne min name agebe chöned si das secher no henderlegge oder morn erledige."
"erschtens han ich sit 5 minute fürobe ond zweitens liit das ned i mine kompetänze, das esch en anderi abteilig."
"aha." (sie schaut abschätzig auf mein namensschild à la "dein name merk ich mir aber..." und fährt in beinahe weinerlicher, aber auch wütender stimme fort: "ich gsehne, bi ehne esch de chond au nömm könig...."
"das escher sehr wohl, aber ned nachem 7ni."
"wössed si, wenn si echli charmant wäred, wörded si mer de gfalle jetzt no mache." (wieder ein blick auf mein namensschild) "das setted si wösse, als agstellte im dienschtleischtigsbereich."

die vorgesetzte, die den laden schliessen kommt, steht nun hinter mir, wartet ebenfalls auf die dame und räuspert sich. madame setzt, nun sehr energisch, wieder an.

"wössed si, ich schaffe au noimeds womer vell met lüt z'tue het, ond det getts das halt amigs au, dasi en halbschtond spöter usechome."
"denn settedsi doch wösse, dass das vode chondschaft respäktlos ond förs personal müehsam esch?! ond ich sägenes nomol, ich wörds glatt mache, wenich die befugnis hätti." 

(jetzt kommt mein lieblingsteil)

"jojo, si müends ned mache, esch scho guet."
"rechtig, ich muess das ned mache."
"nei, müend si ned."
"nei mues ich ned."
"jaja, si müend ned.."
"mh-mh."
"jaja."

hinter mir räuspert man sich wieder und schaut genervt auf die uhr. ich habe fertig getippt und warte auf die cumulus-karte. stickers sammelt sie natürlich auch. und auch ja den extrasticker. au ja, fast hätte sie den 10%-gutschein vergessen. und die cumulus-bons dürfen auch nicht fehlen. ja, natürlich gibt es zwei 50er anstelle einer hunderter retour.

sie schaut mir nochmals auf mein namensschild. mittlerweile ist zehn nach sieben. madame nimmt ihren wagen, verabschiedet sich überfreundlich und mit einem süffisanten lächeln und will dann auch noch zur kaffeemühle mit ihren 5 packungen bohnenkaffee! dann schreitet aber bevor ich etwas sagen kann die temperamentvolle lady hinter mir ein und bittet die dame, den laden zu verlassen, sie müsse halt das nächste mal früher kommen....

Montag, 22. Juni 2009

hrvatska.


wenn koraten in der schweiz ein unternehmen führen...

"sehr gehrte kein problem werde ich ihnen tiket korigiren aber sie haben mir nicht gezagt am tel das sie heisst anders sonst were ich das geschriben.
freundliche grüssen"

...kann kommunikation mit kunden sehr schwierig sein. dies ist nämlich die antwort auf das mail betreffend das falsche ticket für den kommenden urlaub. ich hatte dieser werten dame den namen der zweiten person am telefon übrigens b-u-c-h-s-t-a-b-i-e-r-t.

it was like oh my god.


ich hatte weder zeit noch lust zu bloggen. und das internet ist auch nicht mehr das, was es einmal war. vor allem seit dieses scheiss wireless-ding kaputt ist.
die highlights der letzten woche.

man war im europapark. nicht nur ein konsumtempel, nein, ein ganzes konsum-königreich. aber es war einfach super. crêpes in holland, adrenalin in russland oder island, wasserspass und gyros in griechenland oder kino in frankreich. es war ein wunderschöner tag. die heimfahrt war auf der kippe zwischen gaudi und desaster. einerseits waren wir so übermüdet, dass jedes husten und jedes rütteln nervte, und andererseits waren wir so doof drauf, dass wir sogar über den bildschirm und die uhr lachen konnten. birgit hat magische fähigkeiten.


am mittwoch schaute ich mal wieder filth and wisdom. aufs neue kann ich nicht verstehen, dass dieser film so toll ist, wo doch der name "madonna" gross auf dem cover steht. in diesem film stimmt so vieles. bier, popcorn, zigaretten und die räumlichkeiten im industriegebiet passten bestens.

am donnerstag war meine hauptaktivität das wechseln vom schlafen in der wiese zum schlafen in den schulzimmern. ein ständiges hin und her dank der vielen zwischenstunden. in einer von eben diesen machte ich aber auch mal wieder die strassen unsicher. das unternehmen mit den vier rädern läuft aber mittlerweile ganz gut und ich habe immer mehr spass dabei.

am freitag haben wir unseren lyrik-clip abgegeben. ich finde, er ist toll geworden und schau ihn mir gerne ab und zu an.

video

am abend gings nach einem schul-feierabendbier in der altstadt, wo man den guten $-boi beim intensiven diskutieren über parkverbote mit einer politesse beobachten konnte, weiter in die migros.
mutter zu ihrem kind: "schatz, nimm schon mal die lümmeltüten." darauf das kind: "mh, lecker." - ich wusste gar nicht, dass ich solche grimassen machen kann, wenn ich mir einen lacher verkneifen muss. danach gings dann zum endgültigen feierabendbier mit freunden auf balkon und sofa. ich war so müde, dass mir die dreiminütige busfahrt nachhause schon fast zum einschlafen reichte.

samstag wieder den ganzen tag oranje. diesmal aber ohne sehr lustige geschehnisse. ausser vielleicht dem herr, der seine kreditkarte stecken liess. ich rannte ihm in meinem schönen outfit etwa 200 meter nach. durch den regen. die blicke kann man sich ja denken. der abend war toll. essen, trinken, wrestling, fotos und viel reden in der schön renovierten altbauwohnung und dann eine enttäuschende, langweilige und rar besuchte party im kasernenareal. langsam frage ich mich, ob die lahme stimmung dort herrscht, weil kein geld mehr vorhanden ist, oder ob kein geld mehr vorhanden ist, weil dort diese lahme stimmung herrscht. jedenfalls war das verlassen der wohnung mehr oder weniger für die katz. eins und sechs zum beispiel. oder das ballspiel. wir sind ja so arty und intellektuell und so. jaja. ihr mich auch. aber das bier war billig.


gestern mittag frühstück bei mc donalds. und am nachmittag mittagessen bei mc drive. gemischt mit cola, nichtstun und im altbekannten sonntagnachmittags-bett rumliegen. meine mutter fragte mich, was in mich gefahren sei, als ich nachhause kam und nur früchte und wasser in mich reinfüllte. sie hat mich eh komisch angeschaut. lange nicht mehr gesehen, meinte sie. was ich so für hobbys pflege, was für musik ich höre und ob ich wisse, wer sie sei, wollte sie wissen. ja, mutter, ich habe inoffiziell schon lange ferien. die letzte prüfung für dieses schuljahr ist geschichte und jetzt fängt wieder das leben an.

Sonntag, 14. Juni 2009

wie ist erkenntnis möglich?




zuvielexzess. musikalische neuheiten beim kuscheleinschlafen kennenlernen. sonne. arschlochstickermania. martini. lohnerhöhung. zu fuss die ganze stadt durchqueren. wasser. algifor. brunch. crêpes um mitternacht. hotdogs um drei uhr morgens. grillieren. pöbeln im industriequartier. schwitzen. enttäuschendes kissogram-konzert. "ich liebe mini tschengge-huupi". bitteres erwachen. asiaten. rubber and meat. versnobte aber gemütliche gartenparty. mittagsschlaf. moneygirls. der zigarettenautomat. liebe menschen. alleine im dorgenpark. bier. tatort. "i'm gonna wrestle julian!" im halbschlaf wahrnehmen und kurz darauf begraben sein. das brooklyn-mädchen und der tokyo-junge. birgits balkon. und ihr beim estnisch sprechen zuhören. fernsehen und eis essen. gehen.

Donnerstag, 11. Juni 2009

wenn die mutter im museum arbeitet.


bekommt man tolle geschenke. ich habe eine neue bibel.
eine ganz schöne, tolle, reichhaltige, weise bibel.
die nicht lügt.


ich bin am anschlag.
zu wenig schlaf, zu wenig zeit für mich, zu wenig ruhe.

Montag, 8. Juni 2009

dying is fine.


nach fussball und schwimmen (wo ich all die dummen, übermotivierten anabolika-monster endlich besiegt habe!) mit feuchten badehosen bekleidet den berg hinauf zu rennen ist ja sowieso schon meine wunschvorstellung des perfekten montagmorgens. die kirsche auf der torte ist dann aber, wenn auch noch der lehrer mit dem auto von hinten angefahren kommt, auf lauftempo abbremst und "chömed jungs, jogge, jogge! hopp! hopp!" aus dem fenster ruft. oh ja.

Sonntag, 7. Juni 2009

rainbow on the floor.




die tageshymne.




der gute alte andy.


meine schwester war da und hat mir diese zwei buchzeichen mitgebracht.
ich liebe sie.



Samstag, 6. Juni 2009

let's call it off.


die letzten tage waren mal wieder lang, abwechslungsreich und exzessiv. ich bin völlig ausgelaugt, halte meine augen nur noch mit kaffee und cola offen und habe viel zu viel im kopf, als dass ich alles verarbeiten könnte. ja, eine tiefgründige wirrlete.

ich will aber trotzdem hinten anfangen. am donnerstag hatte ich wieder fahrstunde. alle haben zugeschaut, als ich von der schule wegfuhr, aber es ging perfekt. kreuzungen, kreisel und die mehrspurige strasse hab ich überwunden und fühle mich nun immer sicherer in dieser kiste. die meiste mühe habe ich mit dem frisör-syndrom. dieser doofe smalltalk mit dem fahrleher. sollen wir übers wetter reden, über das fahren, seinen urlaub, meine zukunftspläne, frauen oder doch lieber schweigen? wir wissen es wohl beide nicht so richtig. oder noch nicht.

für den dreh unseres lyrik-clips verbrachten wir dann den gesamten nachmittag im hauptbahnhof zürich. da wir einige zeitraffer-szenen eingeplant haben, mussten wir lange nichts an der kameraeinstellung ändern und konnten einfach dastehen und schauen. eine meiner lieblingsbeschäftigungen. in der masse stehen und die leute beobachten. in gedanken deren geschichte zusammenbasteln. und so weiter.
auch die dame auf drogen, die sehr dominant auf uns zusteuerte und sich kopfschüttelnd vor die kamera stellte, war spannend zu beobachten. das ghetto mit der polizei und der aufnahme-bewilligung war ebenfalls amüsant. oder der smalltalk mit den zwei hoppern. der film wird jedenfalls gut, man wird ihn hier dann sicher sehen können.

gegen abend bestieg ich dann selbst wieder einen zug und donnerte in die heimat zurück. abendessen im dunkeln. ein faszinierendes erlebnis. man ist völlig aufgeschmissen, sehnt sich oft nach der stimme der bewundernswerten kellnerin, die sich in diesem ungreifbaren raum unwahrscheinlich gut orientieren kann, probiert herauszufinden, ob man wirklich das bestellte auf dem teller hat und kann all das einmal machen, was sonst höchst unhöflich wäre. man fixiert sich sehr auf stimmen, das einzige was einem das gefühl gibt, nicht wahnsinnig zu sein. oder eben gerade doch. sehr verwirrend. speziell auch, wenn man nur eine von den drei personen am tisch wirklich kennt. man lernt sich so wohl anders kennen.
man nimmt alles völlig anders wahr, bildet sich ein, doch etwas zu sehen, aber in der gleichen sekunde sieht man wieder flecken und schwarz, also nichts. beim ausgang bekommt man das gefühl, im scheinwerferlicht zu stehen und will gleich wieder in diese ruhe zurück flüchten. umgekehrte welt eigentlich, man ist als normalsehender mensch auf die hilfe eines blinden angewiesen.
das nächste mal geh ich an ein konzert dort drin. das muss auch recht speziell sein, hab ich mir sagen lassen.

gestern morgen zwei mündliche prüfungen, die aber sehr locker über die bühne gingen und dann der wunderbare mittagsschlaf an der sonne. musik, vermischt mit dem lärm der mensa in den ohren, die wärme auf der haut, das baguette mit salami im bauch. ich habe die ganze woche jeden mittag dasselbe gegessen. das einzige, was es zu kaufen gab, das nicht schon nur beim anblick brechreiz auslöst. das mensa-angebot ist (im moment) eine extreme schweinerei.

für den abend hatte ich gemütliches und erholsames nichtstun geplant, vielleicht mit einem film oder einem bad. aber spontane änderungen sind mir ja meistens sehr willkommen. also fuhr ich wieder zurück in die stadt und verbrachte schöne stunden mit dem schönen mädchen in der einen bar, die irgendwie vergessen ging in letzter zeit. urbane stimmung, reges treiben und gute gespräche im türkenviertel.

heute dafür etwa so:


Mittwoch, 3. Juni 2009

post.


die buchungsbestätigung der kroatin lag im briefkasten.
ich zitiere.

sehr geehrte herr julian
(...)
2x erwaksene a tiket einsteigen sihlquai bei bahnhof
(...)
sobald wir die bästetigung erhalten haben, senden wir ihnen tiket zu. für weitere fragen bin ich selbstverständlich für sie da. und ich bitte sie gleich nach dem ankunft in rijeka (rükbestätigung machen) sonst kann sein das es gibt keinen platz.

herrlich.

ich wandle wegen chornischen schlafmangels wie ein zombie durch die gegend. zuhause ist das wireless-internet kaputt. arschloch. aber vielleicht schlafe ich so mal mehr. oder überwinde mich doch noch, einen blick ins mathematikbuch zu werfen. vielleicht weiss ich dann wenigstens das thema der prüfung morgen... arschloch.

touristen.