
fight an der kasse - die erste.
ein ehepaar. sie geht mit rucksack durch die schranke, der alarm ertönt.
"entscholdigong, chönnted si bitte de rocksack ofs band legge ond nomol dorelaufe?"
gesagt, getan. kein alarm.
"guet, denn esch öpis im rocksack. händsi ächt no sache denne, wosi erscht grad kauft händ? wössedsi, die send ame ned entsechered."
sie öffnet den rucksack, nimmt einen wecker hervor.
ich entsichere diesen.
"so, ich hoff jetzt esch alles in orning, wördedsi bitte noenisch metm rocksack dore?"
er kommt jetzt von hinten und legt mit einer lauten, erbosten stimme los:
"was glaubed si eigentlech wer si send? das esch jo wohl öpis vom frächschte womer scho passiert esch!"
"ganz ruhig."
"ned i dem ton!"
"jo, das säg ich zo ehne. jetzt losedsi mol zue: das esch min job, do z'kontrolliere, send si froh, wenns nämli bide töre tuutet gsehts denn anderscht us."
"en saftlade esch das! do fahrtmer extra of brogg de wecker go hole, welsinen do ned händ ond denn werd mer do vo somene jonge schnösel no dermasse vor allne lüüt schikaniert."
"so, jetzt mässiged si sech bitte i erere wortwahl. ond osserdem esch das eres problem, wenn si sech vo so öpisem schikaniert fühled. ich fends en wäsentlech schlemmeri schikane, serigi beleidigonge uszteile, a öpper, wo nor sini arbet macht. s'esch doch sälbschtverständlech, dasich mer de rocksack mues aluege. oder seli grad alli lüt dorewenke?"
"en saftlade! ab jetzt öberleggimer zwei mol, öbi id migros oder in coop gang!"
"vo mer us chöned si au nachem erschte mol öberlegge in coop, das tuet mer ned weh."
"ich well de chef!"
"de esch höt ned do. ond de wördene garantiert nomol s'gliche säge."
"saftlade."
ab hier fand ichs lustig. er hat aber noch rumgetobt. das beste war sein rotes gesicht.
die frau stand nur seelenruhig daneben und hat alles eingepackt, was ich temperamentvoll hinwarf.
fight an der kasse - die zweite.
ladenschluss ist dienstags um 19.00 uhr. ich sitze als einziger noch da und warte auf die letzten kunden. um 19.05 bitte ich dann auch die dame, die sich ausgiebig zeit nimmt, alle aktionen anzuschauen, freundlich zur kasse. sie kommt sofort, lächelnd, verständnisvoll. ich beginne zu tippen. sie streckt mir ein bügeleisen entgegen.
"chöned si das bitte id reperatur geh, ich gebene min name a."
"tuet mer leid, das müend si sälber am chondedienscht mache."
"de esch aber zue."
"es esch au 5 ab 7ni."
"jo, aber wen ich ehne min name agebe chöned si das secher no henderlegge oder morn erledige."
"erschtens han ich sit 5 minute fürobe ond zweitens liit das ned i mine kompetänze, das esch en anderi abteilig."
"aha." (sie schaut abschätzig auf mein namensschild à la "dein name merk ich mir aber..." und fährt in beinahe weinerlicher, aber auch wütender stimme fort: "ich gsehne, bi ehne esch de chond au nömm könig...."
"das escher sehr wohl, aber ned nachem 7ni."
"wössed si, wenn si echli charmant wäred, wörded si mer de gfalle jetzt no mache." (wieder ein blick auf mein namensschild) "das setted si wösse, als agstellte im dienschtleischtigsbereich."
die vorgesetzte, die den laden schliessen kommt, steht nun hinter mir, wartet ebenfalls auf die dame und räuspert sich. madame setzt, nun sehr energisch, wieder an.
"wössed si, ich schaffe au noimeds womer vell met lüt z'tue het, ond det getts das halt amigs au, dasi en halbschtond spöter usechome."
"denn settedsi doch wösse, dass das vode chondschaft respäktlos ond förs personal müehsam esch?! ond ich sägenes nomol, ich wörds glatt mache, wenich die befugnis hätti."
(jetzt kommt mein lieblingsteil)
"jojo, si müends ned mache, esch scho guet."
"rechtig, ich muess das ned mache."
"nei, müend si ned."
"nei mues ich ned."
"jaja, si müend ned.."
"mh-mh."
"jaja."
hinter mir räuspert man sich wieder und schaut genervt auf die uhr. ich habe fertig getippt und warte auf die cumulus-karte. stickers sammelt sie natürlich auch. und auch ja den extrasticker. au ja, fast hätte sie den 10%-gutschein vergessen. und die cumulus-bons dürfen auch nicht fehlen. ja, natürlich gibt es zwei 50er anstelle einer hunderter retour.
sie schaut mir nochmals auf mein namensschild. mittlerweile ist zehn nach sieben. madame nimmt ihren wagen, verabschiedet sich überfreundlich und mit einem süffisanten lächeln und will dann auch noch zur kaffeemühle mit ihren 5 packungen bohnenkaffee! dann schreitet aber bevor ich etwas sagen kann die temperamentvolle lady hinter mir ein und bittet die dame, den laden zu verlassen, sie müsse halt das nächste mal früher kommen....